Kapitel 22.

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-dying inside-

Ich saß in meinem Zimmer. Allein.
Ich war verloren, diese Leere-diese schmerzen die ich fühlte waren einfach unbeschreiblich scheiße. So wie wenn dir jemand jede Minute einen Messer in den Herz rammt, du jede Zelle des schmerzens spürst und dich trotzdem nicht gestochen fühlst. Das klingt so bescheuert.
Es zerfrisst mich von innen und das jeden Tag ein bisschen mehr.
Verdammt ich wollte das nicht mehr spüren! Ich, ich musste es beenden. Wenigstens für einen Moment.
Ich lief in die Küche und näherte mich langsam der Schublade. Es musste einfach geschehen.
Ich starrte meinen Wunschobjekt eine Weile an bis ich fest entschlossen war es durchzuziehen. Blitzschnell griff ich nach dem Messer und rannte in die Toilette. Mit Tränen in den Augen betrachtete ich das Besteck. Meine Hände fingen an zu zittern und meine Sicht wurde immer verschwommener.
Plötzlich bewegte sich die Türklinke und jemand klopfte an, ich wischte mir schnell die Tränen weg.
"Hey, ich muss mal dringend ims Bad, geht das auch etwas schneller dadrinne?" Zayn. Er durfte mich so nicht sehen also versteckte ich das Messer in der Innenseite meiner Jacke.

"Bin schon fertig"
Hastig schloss ich die Tür auf und eilte in mein Zimmer, den Blickkontakt vermied ich lieber. Er durfte das nicht erfahren. Niemand durfte das.
Wieder einmal schloss ich die Tür ab und setzte mich auf mein Bett und wieder einmal flossen mir die Tränen herunter. Ich wollte das nichtmehr, so schwach sein. Ich bin eine Heulsuse geworden. Ich nahm das Messer in die Hand und schaute mein Handgelenk an. Ich atmete tief ein und streifte mein Handgelenk mit der scharfen Seite des Messers. Das Blut strömte wie wild aus der Wunde. Ich hatte meine Ader getroffen. Nein, nein, nein!
Davon durfte niemand erfahren, nein!
Ich verzog mein Gesicht und schluchzte automatisch. Ich lies das Messer aus meiner Hand fallen und betrachtete das Geschehen. Die Schmerzen waren anders, besser. Was rede ich mir da ein? Nichts war besser, was hatte ich bloß getan? Zittrig
drückte ich meine Hand auf die Wunde und suchte etwas womit ich die Blutung verzögern könnte. Ich werde nicht verbluten, so leicht sterbe ich nicht. Ich nahm mir ein Schal und wickelte es um meinen Gelenk. Anschließend drückte ich fest darauf. Ich musste ins Bad, wir hatten genug Verbandszeug dadrinne. Schluchzend schloss ich die Tür auf und hastete dahin, Zayn war zum Glück schon fort.
Die schmerzen holten mich ein, ich hatte das Gefühl mein Arm würde verbrennen. NEIN, daran durfte ich nicht denken, diesmal durfte ich nicht aufgeben. Hektisch durchwühlte ich die Schränke und fand zum Glück auch den Kasten.
Erleichterung stieg in mir auf und ich versorgte meine Verletzung.

Als ich endlich fertig war setzte ich mich erschöpft auf den Boden. Mein Schädel dröhnte wie verrückt, ich sollte mal etwas Aspirin suchen.
Ich schloss die Tür auf und war auf dem Weg zur Küche, da es dann aber klingelte änderte ich meinen Ziel.
Verblüfft schaute ich in das bekannte Gesicht.

"Überraschuung" säuselte er während er mit der Pizza rumwedelte.

Mein Herz pochte wie verrückt und mein Kopf drohte zu platzen, ich hatte echt keine Nerven mehr für sowas.

"Alaric" Immernoch verblüfft stand ich da bis ich ein Schritt zur Seite ging um ihn reinzulassen.

Meine Hände zitterten wieso konnten sie nicht aufhören zu zittern?

"Nimmst du schonmal die Pizza? Ich müsste noch schnell meine Koffer vom Auto holen"

"Klar" Zwar hatte ich keinen Hunger, wollte aber nicht unhöflich sein und brachte es zur Küche. Ich realisierte es nicht, hatte ich mich gerade selbst verletzt? Bin ich schon so tief gesunken?

"Madison, kann ich kurz mit dir reden?"_Zayn.
Hatte er etwas bemerkt? Unauffällig zog ich mein Ärmel noch ein Stückchen runter und nickte ihm zu.

"Was gibts?"
Ich musste mich ganz unauffällig benehmen, er wusste schon nichts. Ich hatte mich verletzt. Niemand wusste davon, alle dachten mir ging es gut.
Es war komisch, sehr komisch. Man verletzt sich während andere nochnichtmal mitbekommen was passierte.

"Eduard ist weg und das ist deine Schuld"

Was hatte ich jetzt damit zu tun?
"Willst du mich verarschen? Was hab ich denn getan? Ich hab nochnichtmal etwas mit ihm zu tun"

Er seufzte und schüttelte seinen Kopf.
"Ach, also hast du das Päckchen doch nicht in irgendeinen Fluss geworfen?"

Warum musste ich jetzt die Böse sein? Ich wollte doch nur helfen. Ich dachte da wären drogen drinne. Wieso werde ich immer bestraft? Wieso nur?
"Was hat das Päckchen mit Ed zu tun?"

Er kreutzte seine Arme ineinander und zog eine Augenbraue hoch.
"Brad hat es dir nicht erzählt?"

Ich schüttelte den Kopf.

"Okay, wer hat Lust auf Pizza? Also so ne Art kennenlernens Essen?"

Ich seufzte.
"Ich muss kurz nochmal was mit Zayn besprechen"
Somit schleifte ich ihn in meinen Zimmer und gab ihm ein Zeichen zum reden.

"okay, uhm Eduard ist schon seit 3 Tagen bei denen. Fuck, Sie haben uns permanent Videos geschickt wie sie ihn.. verprügeln..verstehst du? Und sie- sie drohen seinen Tod wenn sie nicht das bekommen was in dem Kästchen drinne war..das DU in einem Fluss geworfen hast! Und weißt du was verdammt nochmal in diesem fucking-" Schockiert hörte er auf zu reden. Es sah so aus als würde sein Mund aufklappen. Er fokussierte einen Punkt hinter mir.
"Also..? Was war dadrinne? Alles in Ordnung mit dir?" Misstrauisch zog ich eine Augenbraue hoch.

"Du.. was hast du gemacht?" Flüsterte er.

Was ist los, wieso benahm er sich so komisch?
"Zayn was-"

"Da liegt ein Messer mit Blut dran, Mads hast du etwa..?"

Ich schluckte schwer. Ich war so gut wie aufgeflogen. Ich musste irgendwie von der Situation ablenken.. also fing ich an zu lachen. "Zayn das ist kein echtes Blut du dussel. Eigentlich war es geplant Brad damit zu pranken aber najah... so bin ich auch zufrieden, du hättest dein Gesicht sehen sollen"

Er atmete erleichtert aus und gab sich einen Facepalm. Kaum zu glauben das es geklappt hatte.
Ich grinste noch überzeugend schadenfroh damit auch wirklich nichts aufflog.
"Also was war dadrinne, Opferoo?"

Traurig wie einfach man etwas vorspielen kann. Sehr traurig.

"Huh, es es waren 10.000 dollar, Madison. Das Lösegeld für seine Freiheit"

Das konnte nicht sein, dass war nicht wahr..

"Nein, nein ,nein! NEIN VERDAMMT" ich hob meine Hände an den Kopf und lief nervös hin und her.
"Was, was kann ich tun? Zayn wenn er stirbt dann, dann ist es meine Schuld
ich-"
Tränen füllten meine Augen. Schon wieder. Länger konnte ich sie nicht unterdrücken.
Erneut übertraf der Schmerz in meinem Herz den Schmerz an meinem Arm.

"Er wird nicht sterben wir, wir sorgen dafür" entgeißtert seufzte er und starrte auf den Boden.

Ich wusste das dieser Satz gelogen war. Ich konnte seine verzweiflung förmlich richen.

"Was kann ich tun? Wer sind sie überhaupt?"

Ich konnte doch niemals zulassen das er stirbt. Es war meine Schuld. Warum hatten sie ihn verschleppt und nicht mich?

"Wenn ich das wüsste Mads.."

Ich wischte mir die Tränen weg. Schluss mit Verzweiflung.
"Ich werde ihn nicht sterben lassen"

"Ich weiß Mads aber im Moment können wir nichts tun, verstehst du?"

Er wurde gefoltert. Er wollte nicht verletzt werden und was tue ich? Ich verletzte mich selbst. Ich bin ein schlechter Mensch.

"Ich gebs zu Zayn. Das Leben hat uns gefickt, aber wenn es denkt wir würden nicht zurückschlagen dann hatte es sich echt gewaltig getäuscht."
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So, schon 22 Kapitel und ich habe trotzdem das Gefühl wir sind erst am Anfang. Naja, ok. Es gibt ja noch sehr viel zu erzählen. Ich wette es wird mindestens 40 Kapitel geben. Wir werden ja sehen wenns soweit ist. :)
Bis Bald. ^--^

~Nutellafreak xo

Badgirl vs GoodgirlWo Geschichten leben. Entdecke jetzt